Miriam Nagler über die Entdeckungsreise hin zur Besten Version seiner Selbst.

Was ist das Beste eigentlich? Warum bin ich zum Teil noch nicht zufrieden mit mir? Was fehlt mir noch, um zur Besten Version meiner Selbst zu werden?
Das Folgende steht fest:
Das Beste ist individuell.
Das Beste ist authentisch.
Das Beste kommt zum Vorschein, wenn du reflektierst.
Das Beste zeigt sich, wenn du dem Fluss des Lebens folgst und ihm nicht widerstrebst.
Das Beste braucht Zeit.
Für das Beste musst du „in den Spiegel“ schauen.
Das Beste in dir schafft Zufriedenheit.
Die Beste Version Deiner selbst achtet auf sich und setzt bewusste Grenzen.
Das Beste trifft klare Entscheidungen.
Das Beste ist geduldig… es ist sensitiv.
Das Beste aus sich zu machen, ist ein Weg der nie aufhört.
Auf dem Weg zur Besten Version deiner Selbst ist deine Intuition und dein Gefühl das Wichtigste.

Schon lange beschäftigen mich die Fragen: Wer will ich sein? Was möchte ich arbeiten? Welche Menschen möchte ich in meinem Leben haben? Ist mein Verhalten das Richtige? Was macht die Digitalisierung aus unser aller Leben? Und wie verändern uns die Schnelligkeit gepaart mit einer permanenten Reizüberflutung auf emotionaler Ebene? Wie halten wir weiter Balance zwischen „Tante Emma und Onkel Online“? usw. Vor vier Jahren hat mich nach reflektierter Überlegung und einigen Seminaren der Persönlichkeitsentwicklung der Mut gepackt und ich machte mich selbstständig. Die beiden Themen „Digitalisierung“ und „Mensch sein“ sind für mich als BWLerin und gleichzeitig Yogalehrerin immer mehr zusammengewachsen. Denn klar war für mich immer, dass ein System, welches auch immer, ob Natur oder Organisation, Freundschaft, Beziehung, nur funktioniert, wenn es in Balance ist. Je digitaler unser Umfeld wird, desto mehr sind wir als Mensch also gefordert achtsam zu sein und unsere Leistungs- sowie Konzentrationsressourcen bewusst zu managen.

Was verändert sich durch die Digitalisierung?
Eine kleine Anekdote eines Zeitreisenden beschreibt das „Law of accelerating returns“ (Gesetz der beschleunigenden Gewinne) sehr einprägsam. Stellen wir uns vor, wir reisten in eine Zeit um 1750. Wir versetzen uns in die Gedankenwelt einer damals lebenden Person. Sie lebte zu einer Zeit, in der Kommunikation über Distanz entweder lautes Schreien, ein Brief oder Kanonen schießen bedeutete und Transport nur mithilfe von Tieren oder Schiffen möglich war. Wir fragen eine Person, ob sie mit in unsere Zeit reisen möchte.

Es ist unvorstellbar, wie es für ihn sein muss, glänzende Kapseln auf einer Autobahn vorbeiflitzen, Menschen, die am Morgen noch auf der anderen Seite des Ozeans waren, ein Fußballspiel, das gerade 1000 Kilometer entfernt stattfindet, eine Musik-Live-Performance, die vor 50 Jahren gespielt wurde, ein interaktives Live-Bewegungsbild seiner selbst oder eine Videoverbindung mit einer weit entfernten Person zu sehen. All das, bevor du ihm das Internet, die internationale Raumstation, Nuklearwaffen oder die Weltmaschine Large Hadron Collider und die Relativitätstheorie erklärst. Diese Erfahrung wäre für den Zeitreisenden womöglich überraschend, schockierend und unglaublich – diese Worte sind wahrscheinlich nicht Beschreibung genug. Er würde tatsächlich an der Reizüberflutung und dem „unbegreifbaren“ Fortschritt sterben.

Das Interessante daran ist allerdings: Wenn er das Gleiche tun möchte – ca. in das Jahr 1500 zurückreisen würde, jemanden mit ins Jahr 1750 brächte und ihm die Welt zeigte, wäre der Zeitreisende vielleicht geschockt, da er seine Weltkarte adaptieren und ein paar Dinge über das Weltall und Physik lernen müsste. Allerdings würde er, was das tägliche Leben, Kommunikation und Transport angeht, sicher nicht sterben. Nein, wenn er genauso viel wie der erste Zeitreisende entdecken wollte, müsste er viel weiter zurückreisen – etwa in das Jahr 12000 v. Chr., bevor die landwirtschaftliche Revolution Städte und Bürgerkonzepte entstehen ließ.

Erst wenn der Zeitreisende aus der Welt der Jäger und Sammler, einer Welt, in der Menschen nur eine andere Art von „Tier“ waren, ins Jahr 1750 reiste und aufragen- de Kirchen, Schiffe, die Ozeane überquerten, und das angehäufte menschliche Wissen sah, würde er vielleicht sterben, da die Entwicklungen für ihn nicht zu verarbeiten wären. Er müsste wiederum ca. 100.000 Jahre zurückreisen, um jemanden zu finden, dem er Feuer und Sprache zum ersten Mal zeigen könnte.2

Diese Anekdote zeigt uns sehr anschaulich, wie weit ein Mensch in die Zukunft transportiert werden kann, um daran zu „sterben“. Sozusagen ein „Sterbenslevel des Fortschritts“ oder eine „Sterbe-Fortschritts-Einheit“ (Die Progress Unit). Das Phänomen des immer schneller werdenden menschlichen Fortschritts beschreibt Ray Kurzweil als das Gesetz der beschleunigenden Gewinne menschlicher Geschichte (human history’s Law of Accelerating Returns).

Was sagt uns dies? Werden wir in Zukunft an unserem eigens entwickelten Fortschritt sterben? Wird eine „Sterbe-Fortschritts-Einheit“ kürzer als ein Menschenleben sein? Macht uns der Fortschritt langsam, aber stetig kränker? Wie können wir uns auf den immer stärker beschleunigenden Fortschritt vorbereiten und wie können wir Mensch bleiben? Nichts in unserer Welt ist so sicher wie der Wandel. Bisher hat sich die Menschheit evolutionär fortentwickelt – doch unsere Umwelt verändert sich mittlerweile revolutionär und disruptiv. Auch aus diesem Grund ist es die wichtigste Aufgabe jedes einzelnen Menschen, Kompetenzen zu entwickeln, die ihn im Dschungel des Fortschritts gesund überleben lassen.

Eines steht fest: Die digitale Transformation betrifft jedermann – ob jung, ob alt und egal welcher Herkunft.

Was hält uns in der digitalen Ära gesund und fit?
Als Yogalehrerin wurde mir immer klarer, dass Balance in Zukunft aktiver forciert werden möchte als je zuvor. Wenn das Umfeld durch die Digitalisierung und die Globalisierung exponentiell schneller wird, sind wir gefordert aktiv am Gegenpol zu „arbeiten“, um im Gleichgewicht zu bleiben. Doch was ist der Gegenpol und wie können wir diesen stärken?

Dazu gehören Punkte wie

  • Gewohnheiten: Je mehr Entscheidungen wir treffen können und je mehr Wahlmöglichkeiten wir haben, desto mehr sollten wir darauf achten, dass uns gesunde Gewohnheiten und Rituale Entscheidungen abnehmen. Unser Gehirn hat nur eine Gewisse Kapazität, die es für Entscheidungen aufwenden kann. Schaffen Sie sich z.B. eine offline Morgen- oder Abendroutine.
  • Meditation & Achtsamkeit: Je reizüberfluteter unser Alltag ist, desto wichtiger ist es, das Gehirn regelmäßig bewusst aus dem Chaos zu führen. Achtsamkeit ist wie ein Muskel, der trainiert werden kann und möchte.
  • Ernährung: Nahrungsmittel können Energiegeber oder Energieräuber sein. Eine fehlerhafte/ungeeignete Ernährung führt zu Entzündungen im Körper und zu einer Überlastung der Verdauungs- und Stoffwechselsysteme. Merke an dieser Stelle: „gesunde Ernährung“ ist individuell.
  • Stress: Ein bewusster Umgang mit Stress korreliert mit der Kompetenz zur Selbstreflexion. Wer „Stress“ bewusst erkennt und sich folgende zwei Fragen stellt, ist in der Lage Druck aus einer Situation zu nehmen. „Ist diese Situation lebensbedrohlich? Kann ich etwas tun, um die Situation positiv zu verändern oder kann ich meine Einstellung zur Situation ändern?“
  • Bewegung: Das Leben besteht in der Bewegung. Doch fesseln uns unsere Jobs nicht oftmals an den Schreibtischstuhl und vor den PC? Sport und Bewegung sind natürliche Stresskiller und leicht umsetzbar. Die Frage, die sich jeder stellen kann, ist: „Welche Art von Bewegung und Sport macht mir Spaß und passt zu mir?“
  • Emotionale Intelligenz: EQ ist die Fähigkeit, die eigenen Gefühle und Emotionen sowie die Gefühle und Emotionen anderer zu beobachten, zu unterscheiden und sich von den dabei gewonnenen Informationen in seinem Denken und Handeln leiten zu lassen. Wie hoch ist unser EQ in einer von IQ und Information überfluteten Welt? Müssen wir EQ bewusst wieder erlernen?
  • Sinn: Sinn ist etwas, das einem Halt gibt und Angst nimmt. Wenn wir den Sinn hinter Situationen sehen und erkennen, wirkt dieser wie ein roter Faden in Veränderungsphasen. Hilft uns eine „sinnhafte“ Vision nicht über oftmals über Stolpersteine hinweg?

Eines steht fest: Die digitale Ära fordert uns auf ganzheitlich zu denken und den Menschen in den Mittelpunkt zu rücken.

So entstand nach und nach das BEST YOU-Konzept, das wie ein roter Faden durch den Dschungel der Persönlichkeitsentwicklung in der digitalen Ära führen möchte. Es enthält die oben aufgeführten Punkte und ein paar weitere Themenfelder wie „digitale Gesundheit“, „Gesellschaft“, „Business“ etc. Es entstand ein Buch mit zahlreichen Reflexionsfragen, Wissenshäppchen und Übungen, eine Online-School mit vielen Videos und auch ein Unternehmensworkshopkonzept. Das Feedback von Teilnehmern war bisher: „Kurzweilig und spannend. Wir hätten uns nicht gedacht, dass man den Spagat zwischen Achtsamkeit und Digitalisierung schafft.“

Können wir alles mit dem Verstand regeln? Holistic Coaching – Unterbewusstsein?
Bewusste Anregungen, Inspiration und Reflektieren sind definitiv ein Baustein für eine selbstbestimmte und erfolgreiche Zukunft. Doch reichen Tipps und Reflektieren auf der Verstandsebene immer aus um tiefgründige Veränderungen herbeizuführen? Diese Frage stellte ich mir immer wieder. Nein. An so mancher Stelle stieß ich selbst auf Widerstand und konnte Situationen, obwohl mir der Lösungsweg bewusst war, nicht umsetzen. Da kam mir zum Einen das Zitat aus dem Interview mit Jens Corssen in den Sinn: „Das Wissen ist es nicht. Es ist auch nicht die Erkenntnis. Nein, es ist das Tun. Und das funktioniert meist nur in der Gruppe.“ Ja – es ist die Gruppe, die uns Veränderung erleichtern kann, aber es ist noch mehr.

An mancher Stelle baut uns unser Unterbewusstsein Schlösser ein, die wir nicht über den Verstand lösen können. Und so kam auch ich an einen Punkt, an dem die Tipps zur Selbstoptimierung auf der Verstandsebene an ihre Grenzen stießen. Genau da traf ich bei einem BMW-Projekt Melanie, die später meine Ausbilderin zum Holistic Coach wurde. Sie erklärte mir, dass es oftmals den Zugang zum Unterbewusstsein braucht, um den nächsten Schritt hin zur besten Version seiner selbst gehen zu können. Man müsse sozusagen den Verstand „umsegeln“. Das durfte ich am eigenen Leib erfahren. Die Intelligenz des Körpers durch den Muskeltest im Coaching einzusetzen, machte für mich als Yogalehrerin sofort Sinn. Wenn wir 100% unserer Energie für unterbewusste Prozesse aufwenden, ist keine Energie für eine Veränderung im Außen zur Verfügung. Bei dieser speziellen Art des Coachings muss der Klient zum Teil nichts sagen, denn die Körperintelligenz gibt automatisch das richtige Feedback. Diese ganzheitliche Coaching Methode beruht auf dem Prinzip des Biofeedbacks des Körpers und erreicht mithilfe des Muskeltests die 95% des Unterbewusstseins (5% = Verstand) des Coachees.

So hole ich als Coach das zum Vorschein, was bereits im Klienten steckt – nur nicht bewusst erkannt wird. Das Thema eines solchen Coachings kann jede herausfordernde Situation im Leben des Klienten sein, egal ob beruflich oder privat oder eben die Frage: „Was hält mich davon ab die BESTE VERSION meiner Selbst zu sein. Da auch das Thema am Anfang per Muskeltest gegengeprüft wird, können wir sicherstellen, dass wir auch das „richtige“ Thema des Coachings wählen.

Es faszinierte mich, über den Muskeltest Klarheit und Bewusstsein zu schaffen.

Mittlerweile bin selbstständige Unternehmensberaterin zum Thema Unternehmenskultur in der digitalen Ära und Holistic Coach. Ich begleite Privatpersonen, Teams und Unternehmen auf ihrem Weg hin zur Besten Version ihrer Selbst und vor allem in eine gesunde und selbstbestimmte digitale Zukunft. So wurde das Konzept „BEST YOU“ zu einem noch ganzheitlicherem Ansatz, da es inzwischen Verstand, Körper und Unterbewusstsein einbezieht. Je nach Thematik, wähle ich mit dem Klienten oder dem Unternehmen das passende Format.

Ein positiver Ausblick – der BESTE
Die digitale Transformation betrifft jeden von uns und beeinflusst unser aller Leben. Aus diesem Grund ist es grundsätzlich ratsam, bewusst darüber nachzudenken, wie man mit der immer digitaler werdenden Welt umgehen und sich positionieren möchte.


Eure
Miriam Nagler

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